Biographie als PDF

„Alina Ibragimova is destined to be a force in the classical music firmament for decades to come.“ The Times

Alina Ibragimova, am 28. September 1985 in Polevskoy (Russland) geboren, wuchs in einem musikalischen Elternhaus auf. Bereits im Alter von vier Jahren begann sie Violine zu spielen, schon ein Jahr später wurde sie am renommierten Moskauer Gnessin-Institut aufgenommen, wo sie von Valentina Korolkova ausgebildet wurde. Mit sechs Jahren stand sie zum ersten Mal als Solistin auf der Bühne und gab ihr Debüt mit dem Orchester des Bolshoi-Theaters. Als ihr Vater 1996 erster Kontrabassist des London Symphony Orchestra wurde, zog Alina mit ihrer Familie nach London. Ab 1997 studierte sie dort an der Yehudi Menuhin School bei Natasha Boyarskaya.

Zu Altmeister Menuhin entwickelte die junge Geigerin bald eine sehr herzliche Beziehung. Begeistert spricht sie immer wieder von seiner Präsenz an der Schule, seiner sympathischen und menschenfreundlichen Art. In seiner Menuhin-Biographie berichtet Humphrey Burton, dass „Yehudi oft mit ihr zusammengearbeitet hat: in Folkestone fühlte man seinen Geist, der zufrieden über der Gemeinschaft schwebte, die in seinem Namen zusammen gekommen war. Als Alina die Ysaye-Sonate spielte, [ ... ] spürte man die Fortführung einer sehr langen Tradition des Geigenunterrichts und die Stärke von Yehudis Traum“. Im Dezember 1998 konzertierte Alina Ibragimova zusammen mit ihrer Kollegin Nicola Benedetti Bachs Doppelkonzert unter Menuhins Leitung im Rahmen der Eröffnungsfeierlichkeiten zum 50. Jahrestag der Erklärung der Allgemeinen Menschenrechte der UNESCO in Paris. Wenige Monate später verstarb der große Jahrhundertgeiger, und Alina wurde die große Ehre zuteil, auf seiner Beerdigung in der Westminster Abbey zu spielen.

Nach ihrem Abschluss an der Menuhin School setzte Alina ihre Studien an der Guildhall School of Music and Drama, danach am Londoner Royal College of Music fort. Zu ihren Lehrern in dieser Zeit zählten u.a. Gordan Nikolitch, Christian Tetzlaff und Adrian Butterfield. Neben dem Spiel auf der modernen Violine widmet sich Alina Ibragimova seit ihren Studienzeiten auch dem historischen Instrumentarium und spielt mit ihrem 2005 gegründeten Streichquartett Chiaroscuro Werke der Wiener Klassik im „Originalklang“. Dass sich diese intensive Beschäftigung mit der historischen Aufführungspraxis auch im „normalen“ Konzertleben der vielseitigen Künstlerin niederschlägt, erscheint angesichts der zutiefst ernsthaften Einstellung zu ihrer Arbeit nahezu unvermeidlich.

Es lässt aufhorchen, wenn sich eine junge Künstlerin wie Alina Ibragimova außerordentlich stark für die Musik des 20. Jahrhunderts engagiert. Ihre ersten Veröffentlichungen widmete sie eher unpopulären Komponisten wie Karl Amadeus Hartmann, Nikolaj Roslavets und Karol Szymanowski, deren Werke sie mit viel Hingabe und Begeisterung eingespielt hat. Diesen bemerkenswerten Aufnahmen lässt Alina Ibragimova nun ganz selbstverständlich eine Gesamteinspielung der Violinsonaten und -partiten von Bach folgen. Für diese „alte“ Musik hat sie sich besonders viel Zeit genommen, um die Werke intensiv vorzubereiten und nach besten Kenntnissen der historischen Aufführungspraxis zu erarbeiten. Jetzt kann man sich auf das Ergebnis dieser Arbeitsphase freuen: Am 23. Oktober 2009 veröffentlicht das Label Hyperion Alina Ibragimovas Aufnahmen mit Bachs "Sonaten und Partiten".

Der selbstverständliche Umgang mit Musik aller Epochen zeigt sich auch bei einem Blick auf den gut ausgefüllten Konzertkalender von Alina Ibragimova. Da findet sich Messiaen ganz selbstverständlich neben Mendelssohn, Berg neben Bach und Bruch. Unterstützt wird die Geigerin bei ihren solistischen Höhenflügen immer wieder von hervorragenden Orchestern wie dem London Symphony Orchestra, dem BBC Philharmonic und dem City of Birmingham Symphony Orchestra, dem BBC Scottish Symphony Orchestra, dem RSO Frankfurt oder dem Wiener Kammerorchester unter Dirigenten wie Sir Charles Mackerras, Gianandrea Noseda und Osmo Vänskä. Mühelos gelingt der jungen Geigerin diese Gratwanderung zwischen Modernem und Historischem, zwischen Bekanntem und Unbekanntem. Über allen steht die große Ernsthaftigkeit, mit der Alina Ibragimova zu Werke geht. Ihre erstaunlichen Fähigkeiten stellt sie vollkommen in den Dienst der Musik, um stets das bestmögliche Ergebnis zu erreichen.

Diese unprätenziöse, aufrichtige Grundhaltung der Musikerin begeistert Publikum wie auch Presse gleichermaßen. Anlässlich der Veröffentlichung von Karl Amadeus Hartmanns Gesamtwerk für Violine atestierte die Sunday Times ihrem Spiel „the right mix of spontaneous passion and practised control“. Diese hervorragende Eigenschaft, Emotion und Ratio genau in der Waage halten zu können, scheint ein wesentlicher Zug in Alinas Charakter zu sein.

Ganz aus dieser Begabung heraus gelingt es ihr auch spielend, ihre mittlerweile wieder häufiger anzutreffende Doppelfunktion als Solistin und Leiterin bei kleiner besetzten Werken umzusetzen. Ihr Debüt in dieser Funktion gab Alina 2005 mit der Kremerata Baltica bei der Salzburger Mozartwoche, wo sie Mozarts zweites Violinkonzert aufführte und wofür ihr die Salzburger Nachrichten „erstaunliches Talent“ bescheinigten. Seitdem spielte sie Konzerte mit der Kremerata Baltica und Gidon Kremer in der Salle Pleyel Paris, sowie auf den großen Festivals von Salzburg und Verbier. Als Solistin und Leiterin arbeitet sie außerdem regelmäßig mit der Britten Sinfonia, dem Australian Chamber Orchestra und dem Scottish Chamber Orchestra zusammen.

Auch auf dem Gebiet der Kammermusik ist die Geigerin sehr aktiv. Mit dem Pianisten Cédric Tiberghien hat sie einen festen Klavierpartner an ihrer Seite, mit dem sie u.a. bereits Auftritte im Musée du Louvre, beim japanischen NHK Fernsehen, bei BBC Radio 3 und in der Wigmore Hall absolviert hat. Erst kürzlich hat Alina Ibragimova mit „ihrem“ Pianisten das Gesamtwerk für Violine und Klavier von Karol Szymanowski eingespielt. In der Saison 2009/10 wird das Duo sämtliche Violinsonaten von Beethoven in der Londoner Wigmore Hall aufführen.

Einige Auszeichnungen und Gewinne internationaler Wettbewerbe sind noch zu erwähnen, darunter 2002 den London Symphony Orchestra Music Scholarship (ehemals Shell Prize). Der Borletti-Buitoni Trust Award wurde ihr 2008 verliehen. Im Herbst 2008 erhielt sie außerdem den Montblanc-Preis. In diesem Jahr wurde Alina mit dem Classical Brit Award 2009 ausgezeichnet.

Alina Ibragimova spielt eine Violine von Pietro Guarneri (Venedig, 1738), die ihr freundlicherweise von Georg von Opel zur Verfügung gestellt wird.


Management Deutschland:

Daniela Wiehen
daniela wiehen artists management
Espellohweg 65, 22607 Hamburg
Tel.: 040 - 38 69 9927
Fax: 040 - 38 69 9928
www.wiehen.de
daniela@wiehen.de

Impressum

Alina Ibragimova

- Violine

Digitale Pressemappe von www.pressezentrum-musik.com