Die Dortmunder Philharmoniker, 1887 gegründet, genießen seit vielen Jahren einen ausgezeichneten Ruf unter den großen Konzert- und Opernorchestern Nordrhein-Westfalens.
Mit der künstlerischen Leitung Wilhelm Schüchters (1963-1974) erlebte das Orchester durch dessen unumstrittene künstlerische Persönlichkeit und seinen kompromisslosen Qualitätsanspruch einen bedeutenden Aufschwung. In den folgenden Jahren konnte das Orchester mit Marek Janowski als neuem GMD einen hohen intellektuellen Anspruch verwirklichen, der später unter Hans Wallat um Schwerpunkte wie Wagner und Strauss in der Opernarbeit sowie die klassische Moderne im Konzertbereich erweitert wurde. Über Dirigenten wie Prof. Klaus Weise, Prof. Siegfried Köhler, Moshe Atzmon bis zu Anton Marik entwickelten sich die Dortmunder Philharmoniker auch über erfolgreiche Gastspiele in der Kölner Philharmonie, in Den Haag oder beim Klavierfestival Ruhr zu einem Sinfonieorchester mit großem gestalterischen Spektrum.
Die künstlerische Leitung der Dortmunder Philharmoniker übernahm 2001-2002 erneut Hans Wallat, den die Musiker des Orchesters wegen seiner langjährigen und nachhaltigen künstlerischen Verdienste zu ihrem Ehrendirigenten ernannten.
Von 2002 bis 2007 leitete Arthur Fagen das nunmehr auf 102 Musiker vergrößerte Orchester. Er eröffnete am 13. September 2002 das gerade fertiggestellte und international beachtete Konzerthaus Dortmund, die Philharmonie für Westfalen, mit großem Erfolg. Dieser neue, akustisch hervorragende und hochgelobte Konzertsaal bietet den Dortmunder Philharmonikern die seit langem gewünschte Möglichkeit, ihr Potential, ihr Engagement und ihre musikalische Vielfalt vital erlebbar zu machen.
In der Spielzeit 2003-2004 führte ein Gastspiel die Philharmoniker in das Große Festspielhaus nach Salzburg. Nach großartigem Erfolg erfolgte eine weitere Einladung dorthin, so dass das Orchester im November 2006 an gleicher Stelle gastierte. Zudem waren die Dortmunder Philharmoniker in der Saison 2004-2005 u. a. im Concertgebouw Amsterdam und im Palais des Beaux Arts in Brüssel zu hören.
Als Tournee-Höhepunkt der Spielzeit 2006-2007 erwies sich das erste außereuropäische Gastspiel: In China, darunter in Peking und Shanghai, absolvierten die Dortmunder Philharmoniker gefeierte Konzerte. Eine neue künstlerische Ära begann mit Beginn der Spielzeit 2008-2009. Der niederländische Dirigent Jac van Steen trat sein Amt als neuer Generalmusikdirektor der Stadt Dortmund im September mit einem gefeierten Philharmonischen Konzert an, bei dem u. a. 250 Sänger aus Dortmunder Chören Dvořáks Te Deum erklingen ließen. Seitdem konnte der begeisternde Dirigent zusammen mit dem Orchester sein Publikum wie auch die Presse mit der Präsentation dramaturgisch höchst ausgefeilter Konzerte begeistern. Ebenso positiv sind die Reaktionen auf van Steens Opernarbeit, bei der er mit Werken u. a. von Puccini, Wagner und Henze die klanglichen Qualitäten der Dortmunder Philharmoniker optimal ausformt.
Jac van Steen ist seit der Spielzeit 2008-2009 Generalmusikdirektor der Stadt Dortmund. Sowohl im Konzertwesen als auch im Musiktheater ist seine künstlerische Arbeit mit den Dortmunder Philharmonikern in kürzester Zeit enthusiastisch bei Publikum und Presse aufgenommen worden.
Der niederländische Dirigent studierte Orchester- und Chordirigieren sowie Musiktheorie am Brabants Conservatorium in Tilburg. Jac van Steen arbeitet regelmäßig mit niederländischen Orchestern wie dem Residentie Orkest (mit dem ihn eine Kooperation von über 20 Jahren verbindet), dem Rotterdams Philharmonisch Orkest, dem Nederlands Philharmonisch Orkest, dem Radio Filharmonisch Orkest sowie dem Radio Symfonie Orkest. Aus seiner Zusammenarbeit mit beiden Radio-Orchestern ergaben sich mehrere Konzerte sowie CD-Aufnahmen.
Von 1989 bis 1994 leitete Jac van Steen die Nürnberger Symphoniker, von 1999 an war er ebenfalls Chefdirigent und musikalischer Leiter des Neuen Berliner Kammerorchesters, mit dem er eine eigene Konzertreihe im Konzerthaus Berlin dirigierte. Als Generalmusikdirektor am Deutschen Nationaltheater sowie als Chefdirigent der Staatskapelle Weimar wirkte Jac van Steen von 2002 bis 2005. Die Ergebnisse dieser Zusammenarbeit mit diesem deutschen Spitzenorchester und herausragenden Opernhaus haben in Deutschland große Beachtung gefunden.
Darüber hinaus war Jac van Steen von 2002 bis 2008 Chefdirigent und musikalischer Leiter des Musikkollegiums Winterthur als Nachfolger von Heinrich Schiff. Mit diesem Klangkörper erhielt van Steen den „Preis der Deutschen Schallplattenkritik“ für die „künstlerisch herausragende Veröffentlichung“ von Frank Martins Die Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke.
In England dirigiert Jac van Steen mit großer Regelmäßigkeit das BBC Symphony Orchestra in London. Mit diesem Orchester verbinden ihn inzwischen mehrere Konzerte sowie CD- und Rundfunkaufnahmen. Er dirigierte das Orchester in der Saison 2000-2001 während des Huddersfield Festival sowie im Londoner Barbican Center. Ebenso dirigierte er dieses Orchester auch bei den berühmten Proms-Konzerten in der Royal Albert Hall (u. a. mit der Geigerin Janine Jansen und der Schlagzeugerin Evelyn Glennie), wo er wiederum im September 2009 gastierte, dann mit dem BBC National Orchestra of Wales, bei dem er 2006 die Position des Principal Guest Conductor erhielt. Im Jahre 1999 debütierte er beim Hallé Orchestra in Manchester, das ihn seitdem immer wieder zu Gastdirigaten ins Hauptprogramm des Orchesters einlädt.
Außerdem arbeitet Jac van Steen regelmäßig mit dem Royal Scottish Orchestra und der London Sinfonietta. Unlängst debütierte er beim Philharmonia Orchestra London, dem City of Birmingham Symphony Orchestra und dem Orchester von Opera North. Über das breitgefächerte Klassik-Repertoire hinaus hat Jac van Steen diverse Werke und Opern zur Premiere gebracht sowie die Figur des „Composer in Residence“ gefestigt. Daraus entstand eine Zusammenarbeit mit so wichtigen deutschen Komponisten wie Christian Jost, Aribert Reimann und Wolfgang Rihm.
Außerhalb seiner Aufgaben als Dirigent ist Jac van Steen als Professor am Koninklijk Conservatorium in Den Haag tätig. Zu seinen pädagogischen Aufgaben gehört auch die zweijährliche Kooperation mit dem Studentenorchester der Chetham School of Music, die regelmäßige Zusammenarbeit mit dem Royal Northern College of Music in Manchester.


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