Streichquartette von Haydn und Webern
Joseph Haydn (1732–1809)
Streichquartett in F-Dur, Op. 50, No. 5 (1787) "Der Traum"
Anton Webern (1883–1945)
Fünf Sätze Op. 5 (1909)
Joseph Haydn (1732–1809)
Streichquartett in G-moll, Op. 74, No. 3 (1793) “Reiterquartett”
Gustav Frielinghaus und Lena Wirth, Violine
Lena Eckels, Viola • Yves Sandoz, Violoncello
Genuin classics GEN 11218 (Vertrieb Codaex)
CD-Pressetext
Der Gewinn des ersten Preises und des Grand Prize bei der 6th International Chamber Music Competition in Melbourne sowie des Finalistenpreises beim Premio Paolo Borciani in diesem Jahr, platzierte das Amaryllis Quartett an die Spitze der jungen, internationalen Kammermusikensembles. Auf ihrer bei Genuin classics veröffentlichten Aufnahme stellen die Musiker dies einmal mehr unter Beweis. „White“ heißt die neue CD des Amaryllis Quartetts und präsentiert eine Mischung aus Werken der Wiener Klassik und der Zweiten Wiener Schule - ein Erfolgsrezept, wie die jungen Musiker aus ihren Live-Konzerten wissen.
Die vier Streicher - Gustav Frielinghaus und Lena Wirth, Violine, Lena Eckels, Bratsche, und Yves Sandoz, Cello – haben den Entschluss gefasst, irgendwann einmal alle Streichquartette von Joseph Haydn im Repertoire zu haben. So spielten sie auf ihrer neuen CD selbstverständlich Haydn ein: Zwischen das F-Dur Quartett op. 50 Nr. 5 („Der Traum“) und das g-Moll Quartett op. 74 Nr. 3 („Reiterquartett“) betten sie Anton Weberns Fünf Sätze für Streichquartett op. 5 aus dem Jahr 1909. „Wir glauben, dass Haydn und Webern besonders gut harmonieren: Beide gehen aus von einer gewissen Klarheit sowohl im Aufbau wie in der Durchsichtigkeit der Stücke“ erläutert Cellist Yves Sandoz im Gespräch.
Bis zu 70 Konzerte gibt das Amaryllis Quartett im Jahr. Den letzten Schliff holt es sich dazu immer wieder gern bei Günter Pichler vom Alban Berg Quartett. Bei diesem Ensemble studierten die vier Musiker übrigens zuvor in Köln. Auch Walter Levin vom LaSalle Quartett gehört zu ihren Lehrmeistern und die Haydn-Webern-CD nennt Lena Wirth „eine Hommage“ an ihn.
Die Haydn-Interpretation des Quartettes atmet die Frische und Vitalität, die diesen überraschenden Komponisten stets jung wirken lassen. Das Amaryllis Quartett bürstet ihn nicht gegen den Strich, sondern folgt seinen Pointierungen, seinem Klanggefüge, seinem Witz mit wachem, musikantischem Gespür und leuchtet die Sätze sensibel aus. Dabei tritt die klare Struktur der Stimmen plastisch hervor. Überzeugend gelingt auch die feine dynamische Nuancierung.
Die Klarheit, die das Amaryllis Quartett bei Haydn schätzt und betont, verfolgt es auch in Weberns kühner Sprache. Dabei unterstreichen die vier Musiker den Gestenreichtum in den knappen, raschen Sätzen und setzen in den langsamen auf hohe Binnenspannung in der radikalen Verknappung.

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