Claude Debussy (1862-1918)
La Mer - Drei sinfonische Skizzen (1903-05)
Igor Stravinsky (1882-1971)
Le Sacre du Printemps - Bilder aus dem heidnischen Russland (1910-13)
Duisburger Philharmoniker
Dirigent: Jonathan Darlington
ACOUSENSE records ACO-CD 21710 (Vertrieb: Gebhardt Musikvertrieb)
Weniger als ein Jahrzehnt trennt die Uraufführung von Claude Debussys dreiteiligem Orchesterwerk „La Mer“ von der Premiere von Igor Stravinskys „Le sacre du Printemps“.
Uraufführungsort war in beiden Fällen die französische Hauptstadt, allerdings schlugen bei der Uraufführung von Igor Stravinskys Ballett die Wellen höher: Die Premiere am 29. Mai 1913 im Pariser Théâtre des Champs-Elysées löste einen gewaltigen Skandal aus. Aber auch die Uraufführung von Debussys Orchesterwerk am 15. Oktober 1905 im Rahmen der Concerts Lamoureux stand unter keinem guten Stern, denn die Orchestermusiker kamen mit der Neuartigkeit dieser „sinfonischen Skizzen“ nicht wirklich zurecht; auch Debussys Komponistenkollegen und die Kritiker äußerten vorbehalte.
Indessen wurde die Bedeutung der beiden Werke bald erkannt, sie sind im Konzertsaal heimisch geworden und gelten heute als Schlüsselwerke des zwanzigsten Jahrhunderts. Die direkte Gegenüberstellung ist reizvoll und macht auf direkte Gegensätze aufmerksam, denn während Stravinskys „Le sacre du Printemps“ mit elementaren Rhythmen und kräftigen Orchesterfarben geradezu kantig wirkt, verhält sich „La Mer“ von Claude Debussy hingegen „fließender“. Und interessant ist ferner, dass in beiden Fällen die Komponisten durch außermusikalische Vorstellungen inspiriert wurden: Igor Stravinsky durch die klaren Vorgaben eines Ballettszenarios, Claude Debussy durch die bildlich weniger festgelegten Vorstellungen, die Meer und Natur bei ihm auslösten.

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